Mit dem Fischkutter

von Arbatax zur Cala Mariolu

Kapitän Pier Paolo Pili

Seht euch das dreiteilige Video an

welches die unbeschreibliche Schönheiten

dieses Ausfluges dokumentiert.

 

Die Fotos dieser Seite sind von

Badde Pia & Claude Reding - 2002

Die Bootsfahrt führt uns vom Tourismushafen Arbatax aus entlang der Ostküste Richtung Norden, vorbei an der kleinen Insel "Isolotto" zum "Punta Pedra Longa" und weiter entlang den steilen Klippen zur "Grotta dei Colombi", um das "Capo Montesanto" herum zu den Traumbuchten "Cala Scirocco und Cala Tramontana". Kurzer Aufenthalt und Besichtigung der "Grotta della Contessa" und anschliessend vorbei an der "Cala Goloritze" zur "Spiaggia degli Innamorati", weiter vorbei am "Punta Carbone" um dann bei der "Spiaggia dei Gabbiani" und "Cala Mariolu" anzukommen.

Diese Fahrt können sie organisiert mit größeren Booten – Kuttern oder auch selbst organisieren und mit einem Gommone (Mietschlauchboot) unternehmen. Wir haben beides schon gemacht, wobei ich zugeben muss, dass es organisiert gemütlicher zugeht.
Isoloto Ogliastra Isoloto Ogliastra
Es begann eines guten Morgens, genau gesagt am 18.06.2002. gegen 08.00 Uhr. Per Auto waren wir zum Yachthafen von Arbatax gefahren. Die Sonne strahlte, das Meer sah aus wie ein Teppich, glatt – ruhig – keine Wellen – ein Traum in azurblau. Wir begaben uns zur Bar und fragten nach Pier-Paulo. Diesen hatten wir am Vortag in einem Reisebüro gelegen in der Nähe der Piazzetta Roma in Tortoli mitsamt seinem kleinen Fischerkutter gebucht.

„Ihr wollt einen schönen unvergesslichen Meerestrip erleben, ohne Trubel und Touristen, ihr seid zu Viert, ich habe das Richtige für euch“ hatte die Reiseveranstalterin gesagt. Folgte ein kurzes Handygespräch. „Perfecto, tutto aposto – alles in Ordnung, morgen um 08.00 am Pier des Yachthafens. Fragt nach Pier Paolo. Falls was dazwischen kommt hier seine Handynummer. Ein freundliches Lächeln „Das macht 196 € mit Essen und Getränken an Bord“. Super einfach und nicht zu teuer für 4 Personen!!

So standen wir im Hafen, Pia und Claude, Bekannte die 2003 mit uns auf Sardinien waren, meine Frau Mariette und ich, als ein großer, schlanker, braungebrannter, etwa 35 jähriger Mann auf uns zukam und sich als Pier Paolo vorgestellte. Nach einem kurzen aber festen Händedruck einigten wir uns, uns auf englisch und unsere paar italienische Sprachkenntnisse zu verständigen.

Am Pier lagen herrliche Yachten. Welche sollte wohl unsere sein?

Vieni qui! ups, Pier Paolo zeigte auf einen alten aber gutaussehenden Fischerkutter, der wie es sich später herausstellte, hervorragend für uns geeignet war.

Nach dem Verstauen unserer Taschen, Badetüchern usw. hieß es Leinen los. Pier Paolo warf den Dieselmotor an und schon tuckerten wir zum Hafenbecken hinaus. Stolz standen wir am Bug und blickten hinaus aufs Meer. Die Welt gehörte uns…Titanic lässt grüssen!! 

Video - Teil 1

Die schönsten Aussichten boten sich uns. Man wusste nicht wohin man schauen sollte denn fast jede Minute bot sich ein anderes schöneres Bild vom Wasser zum Festland. Vor uns lag der herrlichste Panoramablick von Arbatax bis Santa Maria Navarrese – Strände und Berge. Man muss dies und alles was folgt erleben, es ist unbeschreiblich.

Wir nahmen Kurs auf die Isolotto d’Ogliastra. Diese kleine Inselgruppe besteht nur aus rotem Stein und wird von verschiedenen Vogelarten bewohnt. Das Wasser zwischen den Inselchen ist nicht tief und voller Felsen, so dass Boote die Insel nicht anfahren können. Pier Paolo zeigte uns die steinerne Madonnastatue welche auf dem Felsen steht und über die Bucht wacht, dann ging es in sehr langsamer Fahrt weiter in Richtung des Perda Longa.
Sardinien Freund Claude beim Nickerchen Sardinien Freund Claude beim Nickerchen
Dieser vom Wasser aus noch imposanterer etwa 80 m hohe Stein ragt mit seiner Spitze förmlich in den Himmel. Man wirkt klein dagegen. Gut sieht man auch die steile Serpentinenstrasse welche den Berg hochführt in Richtung der SS125 sowie das sich hier befindliche Restaurant von welchem man über eine Felstreppe zum Wasser hinuntersteigen kann. Wir legen jedoch nicht an sondern tuckern langsam weiter.

Während der Fahrt besuchte ich Pier Paolo in seiner Steuerkajüte. Diese war jedoch nicht nur zum Steuern geeignet sondern hier befand sich auch eine mini Küche. Auf einem Holzbrett hackte Pier Paolo Petersilie und Basilikum klein.  „Per la Pasta“ sagte er lächelnd und nahm dann und wann eine leichte Steuerkorrektur vor.
Da ich von Natur aus neugierig bin schaute ich auch in andere Töpfe hinein. He super in einem Topf waren Meeresfrüchte jeder Art. Wird wohl eine Spaghetti al Frutti di Mare, eines meiner Lieblingsgerichte. Pier Paolo zeigte mir nun auch die Kühltasche mit den Getränken für uns. Es gab viel Wasser, Limonade und ein paar Bier. Er erklärte mir, dass er nicht viel Alkohol dabei hätte, es wäre zu gefährlich mit Betrunkenen an Bord. „E logo“ sagte ich.

Wir schlängelten weiter. Nach jeder Ecke gab es was Neues zu sehen und die Steilhänge wurden immer höher. Sie erreichen stellenweise über 100 m erklärte uns Pier Paolo.

Unser nächster Halt war die kleine "Grotta dei Colombi" – Taubengrotte. Ausser ein paar Vögeln gibt es hier eigentlich nichts zu sehen. Weiter geht’s.

Pier Paolo steuerte nun langsam von den Steilhängen weg und stand plötzlich neben uns an Backbord. Das Steuerrad Hatte er mit einer Leine befestigt. Ohne was zu sagen zeigte er auf die Steilwand und fing an zu lächeln. Was zeigt er uns da? Er fing an zu lächeln und seine Hände in eine offene Gebetsstellung zu bringen. Auf einmal die Erleuchtung. Es gibt ja auf Sardinien die unmöglichsten Steinverformungen, die bekanntesten sind ja auch auf Postkarten zu sehen. Hier hatten wir nun eine vor uns die die Form einer Vagina hat.
Pia & Claude beim Baden Pia & Claude beim Baden
Gemütlich ging’s weiter. Plötzlich etwa 100 m von den Felswänden entfernt stoppte Pier Paolo die Motoren, kam aus seiner Kabine, ging zum Heck, löste dort den Anker und zog dann das Schlauchboot auch Tender genannt, welches wir hinten am Boot mitschleiften zu sich, und kam damit zu uns an die Backbordseite. „Prego“ und zeigte uns, dass wir ins Schlauchboot, einsteigen sollten. Was hat er vor? Ohne zu fragen stiegen wir ins Schlauchboot, bei den Frauen gab es einige Schreie – ups ups hallte es als Pier Paolo sie im Schlauchboot in Empfang nahm. Motor an und los in Richtung Felsen. Auf dem Weg zeigte er uns nun um was es ging. Langsam erkannten wir eine kleine Öffnung in den Felsen.

Die "Grotta della Contessa" lag vor uns. Ein winziges Loch im Felsen. Dort angelangt mussten wir unsere Köpfe einziehen und Pier-Paulo steuerte hinein. Die farbenreichen Felsen reichten uns wirklich bis zum Kopf. Es wurde immer dunkler. Im Innern sahen wir jedoch noch genug um den grandiosen kleinen Raum zu bewundern. Pier Paolo erklärte uns, dass er bei hohem Wellengang diese Besichtigung niemals hätte vornehmen können. Verständlich. Nach 5 Minuten fuhren wir rückwärts aus der Grotte heraus zum Boot zurück.

Am "Capo Montesanto" vorbei fuhren wir nun zur "Cala Tramontana". Pier Paolo stoppte wieder die Motoren und gab uns zu verstehen, dass wir eine Badepause einlegen würden. Vor uns lag eine Badewanne. Glasklares azurfarbenes Wasser. Das Meer war hier schätzungsweise 10 – 15 m tief.

Auf zum Bug und per Kopfsprung in die Wanne. Unbeschreiblich. Das Wasser war lauwarm. Langsam kamen auch unsere Damen über die „Gangway“ ins Wasser. Ehrlich wir würden heute noch darin schwimmen wenn Pier Paolo uns kein Zeichen zur Weiterfahrt gegeben hätte.
Cala Mariolu Cala Mariolu
Motor an, eine fünf Minuten Fahrt um eine Bucht herum und schon sah die Welt noch schöner aus. Vor uns lag die Traumbucht Cala Scirocco. Pier-Paulo gab an, dass wir hier eine längere Pause einlegen würden und danach würden wir essen. Da wir etwa 150 m vom weissen kleinen Strand entfernt waren, zogen wir den Tender wieder ans Boot und wir stiegen mit Badetüchern und Trinkwasser beladen ein. Nachdem uns Pier-Paulo am Strand abgesetzt hatte fuhr er zum Boot zurück. Stranderkundung war angesagt. Ihr könnt euch nicht vorstellen wie schön alles war… Nach etwa 10 Minuten fiel mir ein, dass an Bord auch Tauchbrillen, Schnorchel und Flossen waren. Also schwamm ich gemütlich zum Boot zurück. Je näher ich kam desto intensiver wurde der Küchengeruch. Da Pier Paolo mich ankommen sah, konnte ich im Wasser bleiben und er reichte mir alles hinein, wobei das Anziehen der Flossen doch etwas schwerer war aber dafür war dann das Zurückschwimmen an Land leichter. Staunend, den Kopf ständig unter Wasser schwamm und tauchte ich zurück zum Strand. Wir blieben etwa eine halbe Stunde an Land, reckten und streckten uns in der Sonne, der Himmel war immer noch wolkenlos, tauchten und diskutierten über die Fahrt bis hierhin.

An Deck sahen wir einen sehr beschäftigten Pier Paolo. Am Heck hatte er einen Sonnenschutz – Art Markise – aufgezogen und einen Plastiktisch mit Bänken aufgestellt. Ganz leicht sahen wir auch weissen Dampf aufsteigen. So langsam wurden wir hungrig zumal wir ja auch gesehen hatten was uns erwartete.

Video - Teil 2

Es verging wieder eine halbe Stunde als wir plötzlich durch tuckerndes Motorengeräusch merken, dass Pier Paolo uns abholte. „Mangare“ war sein kurzer Kommentar. Einsteigen und Rückfahrt. An Deck war der Tisch gedeckt. Wir nahmen Platz und warteten ab. Pier Paolo erschien mit einem grossen Kochtopf und ließ uns hineinschauen. Eine herrlich anzusehende und gut riechende Spaghetti al Frutti di Mare wurde sichtbar. Pier Paolo schaufelte die Spaghetti auf die bereitstehenden Plastikteller und los ging’s. Sorry, aber allein vom beschreiben läuft mir das Wasser heute noch im Munde zusammen. Dazu gab es leichten Weißwein. Pier-Paulo erklärte uns, dass dies spezieller Wein für Bootsfahrer sei. Gut – leicht – aber kein hoher Alkoholgehalt.

Nach dem dritten Teller hatte ich genug… Mit etwas Brot wurde noch der Teller geputzt. Zurück blieben nur leere Muscheln und Scampihülsen. Zu besprechen und zu lachen während des Essens gab es viel. Ich habe geglaubt von Sardinien fast alles zu kennen aber es gibt immer was Neues. Während des Gesprächs hantierte Pier Paolo an rohen Scampis herum wovon er mir dann auf einmal eine vor den Mund hielt und angab ich soll sie essen. In der Hand hielt er die leere Hülse und an dieser baumelte die rohe Frucht. Kurzentschlossen machte ich den Mund auf und nahm die glasige Scampi auf. Super super super, dieser Geschmack leicht salzig voller Fruchtgeschmack. Dasselbe wurde dann jedem Angeboten dazu kam auch noch eine rohe Miesmuschel. Jeder von uns war begeistert. Zum Abschluss wurde uns verschiedenes frisches Obst gereicht sowie ein Café und ein Mirto. 
Cala Mariolu Cala Mariolu
Ein weiteres Highlight folgte. Pier Paolo nahm etwas Restbrot und sagte uns wir sollten ihm folgen. Er beugte sich nun über den Rehling und tauchte seine Hand mit dem Brot ins Wasser. Langsam zerbröckelte er nun das nass gewordene Brot und dieses tauchte tiefer ins Wasser ein. Nach ein paar Minuten erschienen immer mehr Fische. Pier Paolo nannte uns die verschiedenen Arten die erschienen wovon ich allerdings nur noch einen Namen weiss und zwar ein Spigola. Die Fische folgten den tauchenden Brotstückchen immer höher bis an die Wasseroberfläche. Ein Augenschmaus dieses Spielchen. Lange schauten wir noch ins Wasser und fütterten nun auch. Pier Paolo indes verschwand zum Heck und begann den Tisch abzudecken. Danach stachen wir wieder in See aber nicht lange, denn schon nach 10 Minuten hatten wir die etwas größere Cala Mariolu erreicht.

Pier Paolo kutschierte uns wieder per Tender an Land und gab an, dass wir hier zwei Stunden weilen würden. Meine Frau begab sich sofort zu den hohen Felsen und legte sich hier in den Schatten wo sie nach kurzer Zeit auch eingenickt war. Währendessen tauchten wir ein wenig in der Cala rum. Pier Paolo war auch ins Wasser gesprungen und schien ebenfalls zu tauchen, danach lag er breitbeinig an Heck und sonnte sich.

Nach sonnigen 2 Stunden wurden wir abgeholt. Wir nahmen Kurs zurück nach Arbatax. Während der Rückfahrt lagen wir wie vorher auch schon, auf dem am Bug vor der Kabine angebrachten Liegen und genossen die Sonne und die Aussicht. Gegen 18.00 Uhr kamen uns die Rocce Rosso immer mehr entgegen und wir erreichten unseren Heimathafen.

Wir hatten wirklich einen der schönsten Tage auf Sardinien erlebt.

Video - Teil 3

Ich kann euch diese Tour nur empfehlen.

 

Bitte schaut euch die Tour 2009 an, da Pier Paolo nur noch Tauchtouren unternimmt.

 

Für diese Tour wendet euch dann bitte an Sergio und Helios Reisen. Ein super Team!!!  



Viel Spaß dabei und

 

vergeßt die Sonnencreme nicht!!!

Reihenfolge der Sehenswürdigkeiten, Buchten & Meerestiefen für Taucher von Arbatax bis Dorgali

Arbatax – Isola dell’ Ogliastra (Tiefe 10 – 22 m) – Santa Maria Navarese – Pedra Longa (129 m Hoch) – Grotta dei Colombi – Grotta Lungo Sifone (Tiefe 14 m) – Grotta die Misidacei (Tiefe 14 m) - Capo di Monte Santo (Tiefe 35 m) – Grotta dell’ Organo (Tiefe 12 m) – Cala Scirocco (Portu Quau) - Cala Tramontana (Tiefe 12 m) – Grotta della Contessa - Grotta Acituan (Tiefe 10 m) – Cala Goloritze – Cala Innamorati – Cala Gabbiani – Cala Mariolu – Grotta del Fico - Cala Biriola – Cala Sisine – Cala Luna – Grotte del Bue Marino – Cala Gonone – Dorgali.

Meerestiefen für Taucher rund um Arbatax
Rocce Rosso (Tiefe 15 m) – Baia & Punta Cala Moresca (Tiefe 20 m) – Capo Bellavista (Tiefe 10 m)