Tagesausflug mit der Motoryacht - Helios V
von Arbatax zur Grotta del Fico - am Mittwoch, den 8. Juli 2009
Preis: 50 € pro Person, inklusive Mittagessen und sämtlichen Getränken
Kapitän Sergio - sein Sohn Stefano - Animator Luciano
An Bord: Mariette & Claude - unsere Freunde Silvia & Serge sowie weitere 19 Passagiere - die meisten waren Schweizer
Die Route
Mitnehmen :
- Sonnencreme
- Badetücher
- Badelatschen
- ein paar feste Schuhe – wenn sie die Grotte del Fico besichtigen
- Schnorchel & Flossen & Tauchbrille
- eventuell Wasserschuhe - die Strände sind sehr steinig
- Fotoapparat - Videokamera
Der Hafen von Arbatax - 07.45 Uhr – strahlender Sonnenschein – aalglattes Wasser und wir suchen unseren Kapitän Sergio. Da am Pier nur reger Verkehr an einem Boot herrscht begeben wir uns dorthin und fragen nach.
Ein strahlender Sarde beantwortet meine Frage mit: Veni qui, io sono Sergio. Nachdem uns Luciano geholfen ins Boot zu steigen, machen wir uns miteinander bekannt. Die Crew ist begeistert, dass wir Freunde von Kerstin und ihrem Ehemann Antonio dem Murales-Maler sind (siehe unter Fotogallerie/Sardische-Freunde).
08.15 Uhr alle Passagiere an Bord. Sergio ernennt mich zum Gruppenführer resp. Bootschef, dies allerdings aus steuerlichen Gründen d.h. er braucht nicht für jeden einzelnen Passagier eine Rechnung auszuschreiben. Ich unterschreibe für alle aber nur unterschreiben, den Tagesausflug musste jeder selbst bezahlen.
Während Sergio noch einige Bordregeln erklärt, wie das Benutzen der Bootstoilette usw., fährt sein Sohn Stefano schon hinaus auf’s aalglatte Meer in Richtung Golfo di Orosei.
Da Sergio nur ein paar Brocken Französisch und ein paar Wortfetzen Deutsch spricht, wird kurzerhand eine in der Schweiz lebende Italienerin zum Dolmetscher für Deutsch und ich für Französisch ernannt.
Sergio übernimmt nun das Steuer und lenkt das Boot auf die Isola dell'Ogliastra zu. Die kleine Felsinsel aus rotem Prophyrgestein, wie auch die bekannten „Rocce Rosso“ in Arbatax, war vor etwa hundert Jahren einer der wenigen sicheren Ankerplätze an der Ogliastra-Küste, d.h. bevor der Hafen errichtet wurde.
Auf der Inselchen zeigt Sergio uns ein altes Fischerhaus, ein Landungssteg, einen Altar und eine in Stein gemeisselte Madonna Statue. Hunderte von Möwen und Kormorane bevölkern die kleine Felsinsel. Eine Möwe hat es sich auf dem Kopf der Madonna gemütlich gemacht.
Weiter geht es in Richtung Norden, vorbei an der backboard (links) liegenden Ortschaft Santa Maria Navarrese und einem blauen Fischerboot. Der Fischer welcher dabei ist seine Netze einzuziehen, wird von Sergio und uns freundlich gegrüsst.
Schnurgerade geht es auf die vor uns liegende, fast achtzig Meter hohe Felsnadel Perda Longa und das gewaltige Capo di Monte Santo zu.
Hier wo der Supramonte beginnt ist das Ende der Ogliastraküste und der Beginn des Golf von Orosei.
Ab hier erwarten uns die schönsten, einsamsten Strände Sardiniens – türkisfarbendes, klares Wasser - kleine und grosse Grotten sowie bizarre Steinfiguren.
Bevor wir doch zu diesen kommen begebe ich mich zusammen mit Serge ins Innere des Bootes. Auf Achtern sitzen Stefano und Luciano zusammen bei der Küchenarbeit. Frische Calamari werden zerschnitten und Scampi’s werden geschält. Von Zeit zu Zeit geht Stefano in die Kombüse um die Tomatensauce umzurühren. Unser Mittagessen sieht schon mal gut aus, aber bis dahin sind es ja noch ein paar Stunden.
Entlang der sehr steilen Felswände geht es hinein in ein winzige Buchten die alle einen Namen haben.
Auf die Buchten folgen Grotten, auf die Grotten folgend einsame Strände. Sergio steuert sein Boot selbstsicher ganz nah an die Felswand. An der Grotta dei Colombi nähert sich das Boot der Felswand gefährlich nahe doch Sergio und seine Crew haben alles im Griff.
An der Grotta della Contessa, die nur mit kleinen Booten besichtigt werden kann, fahren wir vorbei da die Besichtigung zu viel Zeit in Anspruch nehmen würde mit 24 Passagieren erklärt uns Sergio. Aber meine Frau und ich haben diese ja schon 2002 besichtigt.
Stattdessen fährt Sergio mit uns zur Cala Goloritzé. Dieser einzigartige mit Felsen umgebene Strand ist für Boote gesperrt. Das heisst aber nicht, dass man nicht hinkommt. Man muss ausserhalb der mit Bojen gekennzeichneten Absperrung den Anker werfen und anschliessend zum Strand schwimmen oder man nimmt eine eineinhalbstüdige Wanderung ab dem Supramonte im kauf. Es ist nämlich die einzige Cala die man auch zu Fuss erreicht.
Die Cala Goloritzé ist eine der meist abgelichteten Cala’s wegen ihres natürlichen Felsbogens am Eingang zur Cala und dem glasklaren, türkisgrünen Wasser. Es ist ein Traum!
Eigentlich wollte Sergio hier mit uns eine einstündige Badepause einlegen aber er gibt an das würde kein Spass machen bei vielen Badegästen vor Ort.
So fahren wir weiter zur Cala dei Gabbiani – Möwenbucht - so genannt weil hier unzählige Möwen in den Kalksteinwänden nisten - und machen hier eine einstündige Badepause.
Das Beiboot – Gommone - wird herangeholt und in zwei Fahrten geht es zum steinigen glasklaren Strand. Für diesen Badespass hat Sergio Sonnenschirme an Bord so, daß wir nicht unter der prallen Sonne braten müssen.
Ist das herrlich in dieser Badewanne rumzutoben. Ich lag fast die ganze Stunde im Wasser wäre da nicht eine kleine Grotte in der Mitte der Cala gewesen. Von dieser aus konnte man herrliche Fotos schiessen. Desweiteren tropfte Süsswasser ins Innere. Dieses Kühle schmeckte lecker.
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In der Zwischenzeit war Sergio mit dem Boot in eine Nebenbucht verschwunden. Auf anraten von Sergio sollten wir anschliessend die Badehosen nicht wechseln d.h. wir sollten die nassen Badehosen anbehalten. Etwa eine Stunde später erscheint Luciano mit dem Gommone und fährt uns in zwei Gruppen eingeteilt zurück zum Boot das etwa 3 Minuten weiter in einer schattigen, kühlen Bucht geankert hat. Auch dieser Ort war herrlich ausgesucht um zu essen.
Aber vor dem Essen hatte Sergio noch die Überraschung. Lasst euch rückwärts ins Wasser fallen, gab er uns zu verstehen und folgt Stefano. Letzterer stand auf einem Felsvorsprung und sprang kopfüber ins Wasser. Eine schwimmende Schlange folgte nun Stefano welcher in einer Felsspalte verschwand. Es wurde immer dunkler und schmaler. Auf einmal hatte wir wieder Boden unter den Füssen und den Kopf einziehend ging es weiter in eine noch dunklere Grotte. Licht und Schreie…Licht kam von Stefano welcher in der Grotte eine wasserdichte Taschenlampe versteckt hatte…Schreie kamen von den Damen denen das Ganze unheimlich wurde. Lautes Gelächter folgte.
Da die Gruppe sehr gross war für die kleine Grotte, musste eng zusammengerückt werden. Ich lag auf meinem runden Bäuchlein auf dem Sandboden die Füsse ans Ende der Grotte hineingestreckt. Einfach super und unbeschreiblich schön sage ich euch. Es kam noch besser.
Es ist nicht nur eine Grotte, sagte Stefano, sondern auch eine Bar. Lachend zauberte er aus den Felsen eine Weinflasche heraus mit Plastikbecher und füllte diese auf. Zum Aperitiv gab er uns zu verstehen. Vor staunen blieb jedem der Mund offen stehen. Man muss dies mitgemacht haben. Supi.
Nach einem dreifachen „Aijo“ schwammen wir wieder aus der Grotte heraus in die von Sergio sogenannte - Cala "La Paste" - zum Boot wo er und Luciano Tische und Stühle zum Mittagessen aufgestellt hatten.
Die Cala La Pasta :-) - Hinten links ist der Eingang zur Grotte - Bild von Sergios Webseite
Nachdem alle bereit waren kam die Crew mit dem Essen aus der Kumbüse heraus. Zuerst servierten sie uns, bekleidet mit einer Art Mc Donald’s Bekleidung, Penne al Frutti di Mare. Danach gab es 3 verschiedene Fischsorten und anschliessend noch fritierte Scampis. Dazu gab es Rosé- und Weisswein. Es gab reichlig von allem. Als Dessert gab es sardische Dolce dazu Kaffee und Mirto. Unvergesslich. Ein dreifaches kräftiges „Aijo“ beendete das Mittagessen.
Während des Essens fragt Sergio ob wir die Grotte del Fico – Feigenbaum Grotte - besichtigen wollen. Fast alle beantworten die Frage mit ja - wie wir auch.
Diese auch nur auf dem Meeresweg erreichbare Grotte haben wir noch nicht gesehen.
2002, als wir diese Tour schon einmal gemacht haben, war die Grotte noch nicht fürs breite Publikum geöffnet. 8 € Eintrittsgeld war diese Besichtigung uns wert. Leinen los und ab zur Grotte.
Danach werden wir wieder mit dem Gommone zum Boot gefahren um anschliessend noch eine Badepause auf der Cala Innamorata einzulegen bis diese ganz im Schatten liegt.
Gegen 16.30 Uhr wurden wir dann wieder abgeholt und es ging zurück nach Arbatax…aber nicht auf direktem Weg.
Wir besuchen noch einige Buchten darunter unter anderem die Ziegenbucht, so genannt weil hier die wilden Ziegen aus dem Supramonte gerne absteigen um das Meersalz von den Steinen zu lecken. Das Meersalz ist gut erkennbar auf den Felsen zu sehen.
Danach legen wir uns einfach auf’s Deck und geniessen die Abendsonne.
In der nähe der Ogliastra-Insel werden wir nun von immer mehr Möwen umkreist. Was geht hier vor? Naja, die Vögel sind nicht dumm, da muss was sein?!
Ah - Luciano kommt mit einem Eimer voll Essensresten und wirft diese Stückweise den anfliegenden Möwen zu. Ein einmaliges Schauspiel auf das sich die Möwen wohl den gannzen Tag gefreut haben.
Gegen 19.00 Uhr fahren wir im Hafen von Arbatax ein. Mit einem lauten sechsfachen „Heijo“ bedanken wir uns bei der Crew für diesen herrlichen Ausflug.
Ach ja - ihr wisst ja noch nicht was ein „Aijo“ ist.
Es ist der „Schlachtruf“ der Crew um Spass zu haben …
und den hatten wir.
Aijo Aijo Aijo
