Volksfest in Urzulei
Während dem Dorffest Mitte Juni, welches ein ganzes Wochenende dauert, werden am Sonntag in den Bergen vor Urzulei gegrillte Ziegen angeboten. Der Weg zum Fest ist gut ausgeschildert und
befindet sich einige Kilometer vor dem Dorfeingang. Er führt über eine sehr enge und steile Strasse den Berghang hinauf.
Gegen 10.00 Uhr fuhren mit unseren sardischen Freunden von Tortoli aus in die Berge und verbrachten einen dieser herrlichen Tage auf der Insel. Nur meine Frau litt diesen Tag ein bißchen da
sie weder Ziegen- noch Lammfleisch ißt.
Nachdem wir unsere Wagen in den sehr engen Strassen neben einer sich hier befindlichen Kapelle im Schatten geparkt hatten, begaben wir uns zu einem Schotterplatz auf dem sich ein längeres
Gebäude befand.
Hinter diesem herrschte reger Verkehr und ein starker angenehmer Grillgeruch kam uns entgegen.
Der Grill
Der Grill besteht aus einem etwa 5 x 4 m großen, aus einfachen Ziegeln mit Betondach errichteten Gebäude. In der Mitte desselben ist das aus Holz bestehende Grillfeuer ausgelegt und rundherum
stehen angereiht die Ziegenhalbleiber. Dieselben sind auf 2 aus Olivenholz bestehenden Pfählen aufgespießt. Man sieht ihnen an, daß sie schon einige Jahre im Gebrauch sind, was jedoch nichts
Negatives bedeutet, eher positiv auf ihren Erhalt deutet. Zwei Leute sind nötig um den Grill im Auge zu behalten. Einer davon dirigiert seinen Kollegen indem er ihm angibt welchen Leib
gedreht oder an einen anderen Standort zu bewegen ist. Dabei fließt das Fett einfach auf den Betonboden und kommt somit nicht mit dem Feuer in Berührung. Sind dieselben fertig gegrillt,
werden sie fachgerecht mit Beilen und Messern zerkleinert und anschliessend serviert.
Nach einem Aperitif und einigen Ansprachen vom Veranstalter und Dorfpolitikern, wobei auch das sardinische Fernsehen anwesend ist, geht’s ans Eingemachte. 15 € kostet der Spaß. Geboten
bekommt man dafür einen Teller voll Ziegenfleisch, verschiedene Käsesorten mit Brot, eine Tomate, ein Glas Rotwein, ein Kaffee und ein Mirto.
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Nach dem Essen wurden Volklore in Form von Sängern und Flötenspieler angeboten. Zu kaufen gab es auch einiges auf den verschiedenen von Einheimischen aufgestellten Ständen. Hier kaufte ich
mein erstes echtes handgemachtes sardisches Taschenmesser für 50 €.
Gegen 16.00 fuhren wir dann nach Urzulei und besichtigten dort die Ausstellungen in den verschiedenen Geschäften. Um 20.00 Uhr kamen wir nach einer anstrengenden Serpentinenfahrt ein bißchen
Müde wieder in Tortoli an.
