Grotta is Zuddas

Auf der Landstraße von Teulada nach Santadi findet man gut ausgeschildert die an einem Hang gelegene Grotte von Is Zuddas. Hier herrschen konstant 16 Grad Celsius, bei einer Luftfeuchtigkeit von 97 Prozent - eine erfrischende Abwechslung an der wärmsten Küste der Insel.

Die auf einem halben Kilometer begehbare Grotte scheint zunächst eine Tropfsteinhöhle wie jede andere zu sein: Stalagmiten und Stalagtiten, die sich in großen Hallen und engen Gängen entgegenwachsen - mit einer Geschwindigkeit von gerade mal einem Zentimeter in 100 Jahren.
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In dem ersten großen Saal, dem "Orgelsaal", sind die Kalksäulen sogar wie Orgelpfeifen nebeneinander angeordnet. Hier haben die Betreiber, die die Grotte 1971 entdeckt und ab 1985 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht haben, eine Miniaturlandschaft mit Häusern, Brücken und Flüssen aufgebaut, die in der Weihnachtszeit als Krippe dient - dann werden Figuren aufgestellt, die kleinen Dächer gedeckt und alles weihnachtlich geschmückt.  

Der nächste große Saal führt von der Warte des Besuchers aus steil nach oben - überall bedeckt mit Stalagmiten und Stalagtiten unterschiedlichster Formen. Mit etwas Fantasie lassen sich unter den bizarren Kalkablagerungen ein Elefantenkopf, Schneewittchen und die sieben Zwerge oder ein Weihnachtsmann erkennen. Immer wieder hängen ganze Büschel von nadelförmigen Bleikristallen an den Wänden, deren Gestalt spontan an Seeigel erinnern. Entdeckt wurde der Saal durch einen Zugang von der Decke der unterirdischen Halle aus - von dort eröffnete sich den Höhlenkletterern ein Blick wie von einem steilen Zuschauerrang auf eine Theaterbühne - daher der Name "Salone del Teatro".

Die eigentliche Sensation der Felsgrotte hebt sich der Führer jedoch gerne bis zum Schluß auf. In der "Sala delle Eccentriche" erwarten den Besucher sogenannte Argoniten in bizarren Formen: hohle Kalkröhren, die entgegen der Schwerkraft in alle Richtungen zu wachsen scheinen; horizontal, oder auch nach oben oder unten und immer wieder umgeben von glitzernden Kristallen. Ganze Wände sind mit den bizarren Kalkablagerungen bedeckt.

Über die Entstehung dieser Formen sind sich selbst Experten nicht einig. Möglicherweise sind sie durch mikrofeine, kalkhaltige Wassertröpfchen, die durch Wasseradhäsionskräfte nach oben statt in Richtung der Schwerkraft getrieben werden, entstanden. Andere Theorien bringen magnetische Kräfte ins Spiel, die die mikroskopisch kleine Kalkteilchen in verschiedene Richtungen wandern lassen. Selbst Spezialisten sind von diesen einzigartigen, in Jahrmillionen gewachsenen "exzentrischen Argoniten" fasziniert. Viele von ihnen gaben vor einigen Jahren auf einer Expertentagung zu verstehen, derartige Formen von Tropfsteinen noch nie zuvor gesehen zu haben.

Öffnungszeiten (ohne Gewähr): März bis Oktober: wochentags 12:00 bis 16:00 Uhr, am Wochenende 9:30 bis 12:00 Uhr und 14:30 bis 18:00 Uhr. Eine Führung dauert etwa eine Stunde - Pullover und feste Schuhe sind Pflicht.