Buggerru

Tempio di Antas
Hier, in dieser Einsamkeit, etwa 20 Kilometer nördlich von Iglesias vor Buggerru steht grauer Stein auf grüner Wiese, an den Hängen des Monte „Conca ‘e s’Omu”, ein imposantes historisches Heiligtum.

Als die Punier um das Jahr 500 v. Chr. diesen Tempel im Antas-Tal bauten, muss der Ort schon von einer archaischeren Kultur als heilig markiert worden sein. 1984 fanden Archäologen ganz in der Nähe der Kultstätte mehrere Nuraghengräber. Später, in der Caracalla-Kaiserzeit (211-217), wurde der Tempel von den Römern abgerissen und neu errichtet. Das ehemals dem Gott Sid (für die Punier der Sohn Melkarts) geweihte Heiligtum wurde nun nach dem Sardus Pater (die Inschrift lautet „Tempel (um) De Sardi Patris Bab“) benannt.

Von dem älteren punischen Tempel sind nur noch Rudimente von Grundmauern zu sehen. Auch von dem römischen Heiligtum ist nicht viel erhalten geblieben.

Plünderer haben die Treppe zum Tempel gesprengt und im zweiten Weltkrieg wurden die Bleiklammern, die die einzelnen Steinblöcke zusammenhielten, entfernt. Die Blöcke stürzten ein und aus den Klammern wurden Patronen gefertigt. Das bemerkenswerteste erhaltene Zeugnis aus dieser Zeit sind sechs Säulen und das Fundament. Interessant ist auch, dass der römische Tempel genau wie sein punischer Vorläufer in eine nordwestliche Richtung gewendet ist. Normalerweise haben die Römer ihre Tempel aber nach Osten gerichtet.

Anfahrt von Iglesias über die SS126 Richtung Fluminimaggiore. Nach 16 Kilometern ist der Weg ausgeschildert.