Ingurtosu
Viel Lärm um leere Gebäude und eingekrachte Schächte. In der Industrie-Archäologie floriert das Geschäft mit alten Bergwerken und verfallenen Orten. Bisweilen verwahrlost, meist aber
malerisch schön liegen die verlassen Stätten an der Westküste - zwischen Guspini, Arbus und Fluminimaggiore.
Eines der größten Minendörfer, das "Villaggio Minerario di Ingurtosu" wird jetzt restauriert. Die Geschichte der "Miniera di Ingurtosu" beginnt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als
Arbeiter und Hilfskräfte, nach genauer Anweisung eines Lord Brassey den Ort Ingurtosu aus dem Boden stampfen und in großem Stil Zink, Blei und Silber abbauen. An den Berghängen, nur wenige
Kilometer entfernt von meterhohen Sanddünen und dem blaugrünen Meer lässt der Engländer Brassey später auch Häuser, Geschäfte, Büros, eine Poststelle, eine Schule, ein Krankenhaus mit
richtigem OP-Saal und für sich die „Villa Idina“ errichten. Mitten im Nichts entstand Ingurtosu, ein Ort in dem später bis zu 1200 Seelen lebten und arbeiteten. Dafür haben die Bergleute
ihrem Lord dann auch eine hohe Stele aus Stein gehauen. Als die Mineralien nach und nach versiegten und die Arbeit unter Tage in den 70er Jahren eingestellt wurde, machten sich die
Grubenarbeiter ernsthaft Sorgen um die Zukunft und verließen den Ort - die "Miniera" und das "Villaggio" wurden geplündert und verkamen.
Heute, nach 30 Jahren sieht es in dem Ort wieder beeindruckend aus: schmucke Natursteine, getünchte Wände, abgedeckte Schlackehalden - alles sehr frisch! Es scheint, daß das Großprojekt
"Parco Geominerario" der Westküste nun endlich anläuft.
Quelle: Internet
