Fonni

Oben, am Nordhang des Gennargentu-Gebirges, klebt das 5000 Einwohner zählende Städtchen Fonni mit der eher harmlosen City. Wer heute an den Häusern entlangspaziert, vorbei an Granithäuschen und durch Gassen, der wird mit einem Blick auf ungetünchtes Mauerwerk und schmucklose Straßen belohnt. Hier oben beginnen viele Wanderwege durch die kahle und schroffe Berglandschaft. Mit festen Stiefeln und ausreichend Wasser wird dann durch eine Vegetation marschiert, die dem Nordeuropäer eher kahl erscheint. Doch seltene Kräuter und Sträucher gibt es hier. Und zwischen Desulo und Fonni einen ganz besonderen "Agriturismo" mit Trend zum Schmaus im Naturpark. 
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Der Agroturismus boomt auf Sardinien, mehrere hundert Bauernhöfe bieten Festbankette und auch Unterkünfte an - doch die Gäste des "Agriturismo Parco Faunistico Donnortei" schätzen dessen ganz besondere Eigenschaften: Naturerlebnisse und Ruhe. Zu Füssen des "Monte Spada" - einem 1595 Meter hohen Berg, auf dem man im Winter übrigens auch Ski fahren kann - liegt die Gaststube mit Naturpark. Rechts und Links des trägen Riu Aratu ragen die Felsen des Gebirges in den Himmel. 1200 - 700 Meter stürzen die Berghänge hinunter ins Aratu-Tal.

Wer die Wege durchwandert, hört bald ein hohes, durchdringendes Quieken oder ein Rascheln und Steinschlag. Hier, zwischen Steineichen und Laubbäumen, Farnen und Macchiagesträuch wurden vor einigen Jahren sechs erwachsenen "Cervus Elaphus Corsicanus" angesiedelt - und mittlerweile leben im Naturpark an die 100 Hirsche mit ihren Kleinen, mehrere Wiesel, Mufflons, Wildschweine und Marder.  
Murales in Fonni Murales in Fonni
Doch nicht nur Vierbeiner hausen hier: Morgens um 10:00 Uhr finden sich meist auch Habicht und Goldadler ein. Wer sich schon immer mal Orte angucken wollte, wo Schmutz und schädliche Stoffe die Umwelt noch nicht so beeinträchtigt haben, sollte das in Donnortei tun. Ganz unten, im Tal, entlang der kleinen Flusslandschaften überzieht eine Pflanze aus Algen und Pilzfäden Baumstämme und Steine. Angesichts des starken Bewuchses, hat man den Eindruck eine andere Zeit betreten zu haben. Es sind Flechten, die sich hier bisher erfolgreich vor der fortschreitenden Umweltverschmutzung verschanzt haben.

Die Gegend ist wie geschaffen für Mußestunden in der Natur. Überall an den Strecken gibt es eine wahre Pflanzenpracht zu bestaunen - unter anderen auch endemischen Pflanzen wie zum Beispiel die Euforbia Taraces.

Ein besonderes Highlight für Kinder, die in dieser beinahe verwunschenen Welt einige der Tiere auch füttern und streicheln können. Wer ohne Zelt anreist, dem bleibt für die Nacht die Wahl zwischen den Hotels in der Umgebung, mit Blick auf die Berge oder den Gusana-See.

Trachten aus Fonni

Lago di Gusana
Zu Füssen des Gennargentus und der Ortschaft Fonni, in der Barbagia di Ollolai, nicht weit vom Bauern- und Hirtendorf Gavoi entfernt, liegt ein künstlicher See: Der Lago di Gusana - umringt von Steineichen, einem Pinienhain und schroffen Felsen. Einsamkeit und Entspannung - ab und zu Wellenplätscher, das erlebt man hier das ganze Jahr über.

Da liegt man auf dem Sonnenstuhl direkt am See, träumt in die verwunschene und urwüchsige Landschaft und hört in sich hinein.

Angelegt wurde der ungefähr 2 Quadratkilometer große See Anfang der 60er Jahre von der italienischen Elektrizitätsgesellschaft (ENEL), um Energie durch Wasserkraft zu gewinnen. 1962 wurde das erste Becken in Betrieb genommen. Heute werden hier jährlich etwa 220 Millionen Kilowatt mit Wasserkraft erzeugt.  
Neuerdings wird der See interessanter hergerichtet:
Aktivhungrige sollen auf den etwa 14 Kilometer langen Reit- und Wanderwegen - immer am Gusana-See entlang - Natur und Archäologie genießen. Neben stillen Badebuchten gibt es deshalb jetzt jede Menge Fun. Wer nach dem Relaxen aktiv werden will, kann Körper und Geist fördern.