Arborea

Fast siebzig Jahre ist das Dorf Arborea mit 3.800 Einwohnern alt. Es entstand nach der Trockenlegung der Sumpfgebiete. Man glaubt, in der norditalienischen Padania zu sein. Es ist eine ungewöhnliche Stadt mit dichten rechtwinklig angelegten schnurgeraden und numerierten Strassen.

Diese wurden auf drängen von Mussolini so angelegt und hieß auch „Mussolini di Sardegna“ bis sie 1944 in Arborea umgenannt wurde. Ein Blick über die Häuserfassaden oder auf die sauberen Strassen und schon hat man ein neues, ein ungewöhnliches Sardinien entdeckt. Entwässerungskanäle ziehen sich durch die Landschaft, gesäumt von Pappelreihen.

Früher war die Landschaft nur von einem weiten Sumpfgebiet geprägt heute nach der Trockenlegung wird im grossen Stil Getreide, Obst und Gemüse angebaut.

Im Gemeindehaus, in der Via Omodeo, kann eine Sammlung interessanter archäologischer Funde besichtigt werden, die allesamt während der Bauarbeiten zur Trockenlegung ab 1919 gefunden wurden.

Auch ein Blick in die ehemalige "Casa del fascio", neben dem Gemeindehaus, lohnt sich. Außerdem, sollte man sich die typischen Spezialitäten Arboreas nicht entgehen lassen: Vor allem die vielen verschiedenen Käsesorten und die zuckersüßen Wassermelonen.

In den Lagunenseen um Arborea: S'Ena Arrubia, Stagno Corru s'Ittiri, Stagno di Marceddì und Stagno di San Giovanni. tummeln sich Kormorane, Seeschwalben und Kolbenenten
Feuchtgebiete - ein Paradies für Vogelfreunde
Etwa 13.000 ha groß sind die Lagunenseen im Naturparadies der Insel. Die Hälfte aller Feuchtgebiete der Insel liegt in den Gebieten der Provinz von Oristano.

Über 150 Vogelarten sind hier zu Hause, einige überwintern hier nur, viele andere sind auf dem Durchzug. Vor allem im Winter ist es ein atemberaubendes Schauspiel den schnatternden, piepsenden und zwitschernden Enten, Blässhühnern, Kormoranen und anderen Vögeln zuzuschauen.

Im Frühling kommen die Vögel aus Afrika: Meerschwalben, Säbelschräbler und Rotschenkel. Der Stagno di Cabras ist einer der größten Weiher. Obwohl er über Kanäle mit dem Meer verbunden ist, ist der Salzgehalt des Wassers gering. Nicht nur Vogelfreunde auch Fischer kommen hier ganz auf ihre Kosten: der Stagno ist nämlich reich an Fischen. Mit den "Fassones"  bewegten die einheimischen Fischer sich früher auf dem Wasser.

Sardinien ist ein wahres Paradies für Flamingos - Sa Genti Arrubia (das rote Volk) - wie die Sarden sie liebevoll nennen. Bis vor wenigen Jahren kamen die Flamingos vorwiegend zum Überwintern nach Sardinien. Heute ziehen immer mehr dieser Vögel ihre Jungen in den Lagunenseen der Insel auf. 
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