Oristano
Oristano, Provinzhauptstadt mit 35000 Einwohnern, liegt in der Mündungsebene des Tirso, im Zentrum der breiten kampidanischen Ebene und in der Mitte der westlichen Inselküste.
Sehenswert ist der Eingang in die Altstadt, die Porta Mannu mit dem spätmittelalterlichen Turm San Christoforo. Auf der Piazza Roma findet vormittags ein lebhafter Bauernmarkt statt und über
die Piazza Eleonora d’Arborea mit dem weißen Marmordenkmal der Nationalheldin gelangt man zur weiten Piazza Duomo mit der klassizistischen Kirche Sa Francesco.
Quelle: Internet
Das Fest „Sa Sartiglia“
Ein Wettkampf zu Pferd findet am Fastnachtsonntag statt und wird am Faschingsdienstag wiederholt. Zwischendurch am Rosenmontag zeigt die Jugend ihre Reiterkünste. Diese wichtigste
Veranstaltung in Oristano und seiner Umgebung ist eines der ältesten Volksfeste Sardiniens.
Aus einem alten sarazenischen Turnier stammt dieser Wettkampf, der während des zweiten Kreuzzuges von christlichen Rittern nach Europa eingeführt wurde. Das Rennen wurde auf dem Domplatz
geritten und die Teilnehmer sollten ihre Lanzen oder ihre Schwerter durch einen an einem Faden hängenden Ring ziehen. Erst 1323 wurde das Turnier zum ersten Mal von den Truppen des Königs
Pedro von Aragonien in Sardinien gespielt. Aus dem Spanischen stammen mehrere Begriffe wie Saitiglia (Sortja=Ring) oder Cumpoidori (Componedor = Waffen-Meister). Der Cumpoidori wurde damals
unter den tapfersten und edelsten Rittern gewählt. 150 Jahre lang blieb die Sartiglia ein militärisches Turnier, an dem nur Ritter hohen Standes teilnehmen durften.
Bauern, Stallburschen und Knechte, die manchmal erfahrener waren als ihre Herren, durften nur außerhalb der Stadtmauern wetteifern. Erst in der Richterzeit, als Gilden und Zünfte am Stadtregiment
teilnahmen, entwickelte sich der Wettkampf allmählich zu einem wahrhaften Volksspiel, von Bauern- und Schreinerzünften organisiert. Ab dieser Zeit findet er am letzten Faschingssonntag und am
folgenden Diensttag jedes Jahres statt. Im komplexen Ritual des Spieles sind christliche und heidnische Züge verschmolzen: heidnisch sind Klänge und Töne, Gesänge und Tänze, so wie auch die
üppigen Festmahle; christlich sind die Hinweise auf einheimische Heilige. Die Aufführung des Wettkampfes besteht aus drei Teilen:
Die Bekleidung beginnt gegen 2 Uhr nachmittags im Haus des Vorsitzenden der Zunft. Hier muss "su Cumpoidori", der Leiter des Laufes, auf einen niedrigen Tisch steigen; er wird von einigen
Jungfrauen in alter Tracht mit ritterlichen Kleidern angezogen. Am Ende der Zeremonie wird er auf den Armen bis zu seinem Pferd vor das Haus getragen. Hier segnet er das Volk mit einem Strauss
Violen, während ihm die Jungfrauen Korn und Blumen hinwerfen und die alte Aufseherin der Jungfrauen "Santu Gianni" (den Heiligen Johannes) um Segen und Beistand bittet.
Der Umzug: Trompeter, Trommler, Mitglieder der Zunft und maskierte Ritter ziehen durch die Strassen der Stadt und halten vor dem Richterpalast.
Das Turnier: Es ist der Mittelpunkt des ganzen Festes. Die Trommeln schlagen, die Ritter laufen um den Platz herum und "Su Cumpoidori" führt den Kampf gegen seinen Gegner.
